#1 Mit Jesus ans Ziel von Gerda Döring 21.11.2021 18:25

Mit Jesus ans Ziel
Der 1. Korintherbrief
1. Geschichtlicher Hintergrund
Die Stadt Korinth war eine reiche Handelsstadt. Sie lag strategisch sehr günstig an einer Handelsstraßenkreuzung der damaligen Welt. Korinth war eine blühende, kraftvolle, weltoffene, dekadente Stadt! Gott wollte diese Stadt mit dem Evangelium erreichen und so sandte er Paulus in seiner 3, Missionsreise dorthin. Er gründete eine Gemeinde und blieb dort für 1,5 Jahre. Die Gemeinde wuchs, täglich kamen neue Gläubige dazu. Sie brauchten Weisheit von ihrem geistlichen Vater. So schrieb er diesen Brief, er wollte sie ermutigen, ihren Glauben festigen und sie darin stärken in der Wahrheit des Evangeliums fest verankert zu sein.

2. Was mich bewegt an diesem Brief:
Paulus Einstiegsworte, super
Er liebt die Gemeinde und drück Wertschätzung aus.
1. Kor.1,3f (NGÜ)
3 Ich wünsche euch Gnade und Frieden von Gott, unserem Vater, und von Jesus Christus, unserem Herrn.
4 Jedes Mal, wenn ich für euch bete, danke ich meinem Gott für die Gnade, die er euch durch Jesus Christus geschenkt hat.
5 Durch ihn hat er euch in jeder Hinsicht reich gemacht – reich an geistgewirkten Worten und reich an geistlicher Erkenntnis.
6 Er hat die Botschaft von Christus, die wir euch gebracht haben, in eurer Mitte so nachhaltig bekräftigt [Weil die Botschaft von Christus zum festen Grund eures Glaubens geworden ist GN],
7 dass euch nicht eine von den Gaben fehlt, die er in seiner Gnade schenkt. Nun wartet ihr sehnsüchtig darauf, dass Jesus Christus, unser Herr, in seiner ganzen Herrlichkeit erscheint.

Sie waren in jeder Hinsicht reich!
die Botschaft von Christus war zum festen Grund ihres Glaubens geworden!
Sie waren brennend für den Herrn!

Und dann:
Soviel Tadel, Korrektur, obwohl Paulus zu ihnen sagt, sie sind reich in aller Erkenntnis!
Bei den Eingangsworten könnte man denken, da ist alles in Ordnung!

3. Korrektur, Ermahnung:
1.10 – ich ermahne euch, lasst keine Spaltung unter euch zu (ich gehöre zu Paulus, Apollos, Kephas, Christus…)
3,1 – ihr seid unmündige Kinder / Allerdings konnte ich mit euch, liebe Geschwister, nicht wie mit geistlich reifen Menschen reden. Ihr habt euch von den Vorstellungen und Wünschen eurer eigenen Natur bestimmen lassen, sodass ihr euch, was euren Glauben an Christus betrifft, wie unmündige Kinder verhalten habt.
3,3 – Eifersucht und Zank / ihr lasst euch immer noch von eurer eigenen Natur bestimmen. Oder wird euer Leben etwa vom Geist Gottes regiert, solange noch Rivalität und Streit unter euch herrschen?
4,5 – richtet nicht / Darum richtet nicht vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch ans Licht bringen wird, was im Finstern verborgen ist, und das Trachten der Herzen offenbar machen wird.
4,8 – ihr seid schon satt geworden, Selbstgefälligkeit! / Aber ihr seid ja schon satt. Ihr seid ja schon reich. Ihr sitzt bereits auf dem Thron – und das alles, ohne dass wir daran Anteil hätten. Was gäbe ich darum, ihr würdet tatsächlich schon regieren! Dann wären auch wir jetzt am Ziel und würden zusammen mit euch herrschen
.
5,1 – Unzucht in Gemeinde / Mir ist noch etwas berichtet worden. Es gibt bei euch doch tatsächlich einen so unglaublichen Fall von Unmoral, dass er nicht einmal bei denen toleriert würde, die Gott nicht kennen: Einer von euch hat ein Verhältnis mit seiner eigenen Stiefmutter!
2 Und da spielt ihr euch immer noch groß auf? (Oder: "Und darauf bildet ihr euch auch noch etwas ein")

6,1 – bei Streit zu einem weltlichen Richter gegangen / Bei euch bringen es doch tatsächlich einige fertig, ihren Streit mit einem anderen Gemeindeglied vor einem weltlichen Gericht auszutragen, statt die Sache von denen entscheiden zu lassen, die zu Gottes heiligem Volk gehören!
2 Wisst ihr denn nicht, dass die, die zu Gottes Volk gehören, einmal die Welt richten werden? Die ganze Welt muss im Gericht vor euch erscheinen! Und da gebt ihr solch ein unwürdiges Bild ab und seid nicht einmal imstande, über die kleinsten Kleinigkeiten zu urteilen?


6,5 – ist denn kein Weiser unter euch? / Aber nein – ein Bruder prozessiert gegen den anderen, und das Schlimmste daran ist: Ihr verklagt einander vor Menschen, die nicht an Gott glauben!
7 Dass ihr überhaupt gegeneinander vor Gericht zieht, ist schon eine Niederlage für euch alle. Warum seid ihr nicht bereit, euch Unrecht zufügen zu lassen? Warum könnt ihr es nicht ertragen, wenn jemand sich auf eure Kosten bereichert?
8 Stattdessen tut ihr selbst Unrecht und verschafft euch Vorteile auf Kosten von anderen – und diese anderen sind eure Geschwister!

10,1-10 – warnende Beispiele aus Israels Geschichte / Ihr dürft nämlich nicht vergessen, Geschwister, wie es unseren Vorfahren zur Zeit des Mose erging. Über ihnen allen war die Wolkensäule, und alle durchquerten sie das Meer,
2 sodass sie alle gewissermaßen eine Taufe auf Mose erlebten – eine Taufe durch die Wolke und durch das Meer.
3 Sie aßen alle dieselbe Nahrung – das Brot vom Himmel, das Gott ihnen gab –,
4 und tranken alle denselben Trank – einen Trank, den Gott ihnen gab, das Wasser aus dem Felsen (wobei der wahre Fels, der sie begleitete und von dessen Wasser sie tranken, Christus war
5 Und trotzdem hatte Gott an den meisten von ihnen keine Freude, sodass er sie in der Wüste umkommen ließ.
6 Was damals mit unseren Vorfahren geschah, ist eine Warnung an uns:

- Unser Verlangen darf nicht auf das Böse gerichtet sein,
- Werdet keine Götzendiener (goldener Stier)
- Auch auf Hurerei dürfen wir uns nicht einlassen
- Wir müssen uns davor hüten, Christus herauszufordern
- Hütet euch auch davor, euch gegen Gott aufzulehnen und ihm Vorwürfe zu machen
- Aus dem, was mit unseren Vorfahren geschah, sollen wir eine Lehre ziehen
Das sagt Paulus in einem mahnenden Ton, weil er Tendenzen in der Gemeinde sieht!

11,17f. Die Abendmahlspraxis / Es gibt noch eine Sache, in der ich Anordnungen treffen muss, und diesmal handelt es sich um etwas, wofür ich euch nicht loben kann. Ihr verhaltet euch bei euren Zusammenkünften nämlich so, dass es die Gemeinde nicht fördert, sondern ihr schadet.(der eine schlemmt und isst sich satt, während andere hungrig bleiben!)

15,33+34 – lasst euch nicht verführen, einige von euch kennen Gott nicht! / Lasst euch nicht verführen! Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten. Kommt doch einmal richtig zur Besinnung und hört auf zu sündigen! Denn einige von euch kennen Gott letztlich überhaupt nicht; das muss ich zu eurer Schande sagen.

Das hat mich echt baff gemacht, so viel Tadel, dass so viel korrigiert werden muss! Dabei hatten sie doch so viele geistliche Gaben, kein Mangel an irgendeiner Gabe!
In keinem anderen Brief gibt es das!

4. Einige Gedanken und Erklärungen dazu:

Es waren junge, unreife Christen, eine junge Gemeinde, sie wachsen erst in Erkenntnis. Wachstum braucht Zeit. Auch die Früchte des Geistes brauchen Zeit zum Wachen und Entwickeln. Evtl. kleiner Selbstcheck, wo stehst du?
Früchte des Geistes: Gal.5,22+23 Der Geist Gottes dagegen lässt als Frucht eine Fülle von Gutem wachsen, nämlich: Liebe, Freude und Frieden, Geduld, Freundlichkeit und Güte, Treue, Bescheidenheit und Selbstbeherrschung. (unterstrichen = darin durften sie in jedem Fall noch wachsen!)
An den Früchten kann man Wachstum erkennen.

Paulus kannte Gottes Gnade, wenn man sich ihr öffnet, kann Gott alles erreichen (Gal.5,10 Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe viel mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist.)
Vers 7 . Nun wartet ihr sehnsüchtig darauf, dass Jesus Christus, unser Herr, in seiner ganzen Herrlichkeit erscheint. Sie waren brennend für den Herrn
So lange sie auf Jesus ausgerichtet sind, sich nach ihm ausstrecken, kann Gott mit ihnen weitergehen. Gott kritisiert in den Sendschreiben, dass die Gemeinde in Laodizea lau geworden ist, und dass er in diesem Zustand nicht mit ihnen weitergehen kann (Off. 3,16 Aber weil du weder warm noch kalt bist, sondern lauwarm, werde ich dich aus meinem Mund ausspucken.)

Jesus selbst lebt in ihren Herzen, und schafft das, was wir selbst nicht erreichen können. Solange wir auf ihn schauen, und von ihm die Hilfe erwarten. Auf ihn ausgerichtet sind – und das waren die Korinther, sie nahmen die Gaben des Geistes und liefen damit.
1Joh 4,4 Ihr jedoch stammt von Gott, liebe Kinder, und habt den falschen Propheten siegreich widerstanden; denn der, der in euch lebt, ist größer und stärker als der, von dem die Welt beherrscht wird.


Das Hohe Lied der Liebe Kor. 13,1 f, hat seinen Grund warum es im Korintherbrief steht!
Einige sagen, das ist das Herzstück des Briefes! Das kennt jeder! Früher hab ich das immer als Aufforderung gesehen, doch so zu sein. Mich anzustrengen und das als einen inneren Richter für mein Verhalten zu nehmen.
Aber so ist das nicht. Wenn Gott Liebe ist, nicht nur Liebe hat, dann wird Gott hier beschrieben.

Kap. 13,4 – so ist Gottes Liebe, sie glaubt alles, hofft alles……. Sie ist die größte Kraft im Universum, sie vermag alles! Und Gott lebt mit dieser Liebe in uns! Sie verwandelt uns, wenn wir bei Ihm bleiben!
4 Liebe ist geduldig, Liebe ist freundlich.
Sie kennt keinen Neid, sie spielt sich nicht auf, sie ist nicht eingebildet.
5 Sie verhält sich nicht taktlos, sie sucht nicht den eigenen Vorteil,
sie verliert nicht die Beherrschung, sie trägt keinem etwas nach.
6 Sie freut sich nicht, wenn Unrecht geschieht, aber wo die Wahrheit siegt, freut sie sich mit.
7 Alles erträgt sie, in jeder Lage glaubt sie, immer hofft sie, allem hält sie stand.
8 Die Liebe vergeht niemals.

Und mit dieser Liebe und Leidenschaft lebt Gott in uns, das verwandelt uns. Die Liebe glaubt an Verwandlung und Wachstum. Sie hofft immer, sieht immer die positiven Ansätze….

Vielleicht spricht Paulus das an und aus, was er gerne sehen möchte, von dem er weiß, dass es in Existenz kommen kann! Im 2. Korinther Brief kommt kein Tadel mehr!
Den Dingen, denen wir Raum geben, bekommen Kraft zu wachsen, das gilt im Positiven genauso wie im Negativen. (Buch, Dr. Caronline Leaf – Schalte dein Gehirn an jeden Tag)

Paulus schreibt den Korinthern eingangs dann weiter
1.Kor.1,8 Gott [Christus] wird euch die Kraft geben, im Glauben festzubleiben, bis das Ziel erreicht ist, damit an jenem großen Tag, dem Tag unseres Herrn Jesus Christus, keine Anklage gegen euch erhoben werden kann.
9 Ja, Gott ist treu; (Er steht zu seinem Wort) er wird euch ans Ziel bringen. Denn er hat euch dazu berufen, jetzt und für immer mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn, verbunden zu sein.


5. Fazit:
Paulus weiß, dass Jesus selbst der Garant dafür ist, dass die Korinther das Ziel erreichen. Paulus rühmt Gottes Treue, auf die wir uns verlassen können!
Und das sagt er uns auch zu!
Wir werden mit Gott weitergehen und wir werden eine großartige Zukunft mit ihm haben. Er lässt uns wachsen und reifen, auch wenn wir manchmal den nächsten Schritt nicht sehen, Gott hat seine Pläne und er bringt uns ans Ziel und kennt auch den Weg dorthin!
Das gilt für uns persönlich und auch für unsere Gemeinde.

#2 RE: Mit Jesus ans Ziel von Elisabeth 23.11.2021 09:11

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Super gut!! Danke, liebe Gerda!

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