#1 Mit-Wirkung bringt Wirkung - Rö 8,25-29 von McMichael 08.03.2021 10:25

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E. Wir alle erleben auf unserem Lebensweg mit Gott ganz unterschiedliche Phasen. Auch Paulus bekennt:
„Ich habe gelernt, in jeder Lebenslage zufrieden zu sein. Ich weiß, was es heißt, sich einschränken zu müssen/erniedrigt zu sein, und ich weiß, wie es ist, wenn alles im Überfluss zur Verfügung steht. Mit allem bin ich voll und ganz vertraut: satt zu sein und zu hungern, Überfluss zu haben und Entbehrungen zu ertragen.“ Phil 4,11f
In anderen Briefen beschreibt er noch umfassender, was er auf seiner Lebensreise an „mancherlei Dingen“ erlebt hat, mit Menschen und Mächten, mit Staatsgewalt und in Gemeinden, auf Reisen und im Gefängnis usw.
Wir wollen uns jetzt einmal aufmachen, das Geheimnis dieser Zufriedenheit etwas auszuloten und lesen dazu Rö 8,25-29 aus der NGÜ:
„Da wir also das, worauf wir hoffen, noch nicht sehen, warten wir unbeirrbar, ´bis es sich erfüllt`. 26 Und auch der Geist ´Gottes` tritt mit Flehen und Seufzen für uns ein; er bringt das zum Ausdruck, was wir mit unseren Worten nicht sagen können. Auf diese Weise kommt er uns in unserer Schwachheit zu Hilfe, weil wir ja gar nicht wissen, wie wir beten sollen, um richtig zu beten. 27 Und Gott, der alles durchforscht, was im Herzen des Menschen vorgeht, weiß, was der Geist ´mit seinem Flehen und Seufzen sagen` will; denn der Geist tritt für die, die zu Gott gehören, so ein, wie es vor Gott richtig ist. 28 Eines aber wissen wir: Alles wirkt zum Besten derer mit, die Gott lieben; sie sind ja in Übereinstimmung mit seinem Plan berufen. 29 Schon vor aller Zeit hat Gott die Entscheidung getroffen, dass sie ihm gehören sollen. Darum hat er auch von Anfang an vorgesehen, dass ihr ganzes Wesen so umgestaltet wird, dass sie seinem Sohn gleich sind. Er ist das Bild, dem sie ähnlich werden sollen, denn er soll der Erstgeborene unter vielen Brüdern sein.“

Ich glaube, dass die Grundlage der Zufriedenheit des Apostels diese Erkenntnis in V.28 war, dass alles was er erlebte und erlitt bei ihm „um Besten mitwirken muss“. Und das gilt für alle...

1. ...die Gott lieben...
...haben erkannt, dass sie zuerst und leidenschaftlich von Gott geliebt und angenommen sind.
Nun haben sie den Wunsch diese Liebe aktiv zu erwidern. Sie wünschen sich so zu sein und zu werden, wie ihr himmlischer Vater sie haben möchte. Und sie möchten das tun, was IHM Freude macht.
Kurzum, die möchten Sein und Handeln wie Jesus, ihr großer Bruder.
Wie das aussieht haben wir in den beiden Botschaften über Jesu Vorbild als Sohn, Sklave und Diener vor ein paar Wochen erst gehört.
Die Gott lieben, möchten „in Christus vollkommen gemacht werden“ und setzten sich dazu gerne apostolischer Lehre und Ermutigung durch gesalbte Dienste in der Kraft des Hl.Geistes aus (Kol 1,28).
Die Gott lieben möchten „in das Bild von Jesus verwandelt werden, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit durch den Hl.Geist“. Dazu suchen suchen und schauen sie gerne Seine Herrlichkeit an (2.Kor 3,18).

Die Gott lieben, wollen ihrer „Vorherbestimmung“ (wörtlich Elberf.) entsprechen, Jesu Ebenbild immer ähnlicher zu werden. Im Dienen, Lieben, Gehorchen, und Regieren. Er ist die „Blaupause“.
Mit unserer geistlichen Neugeburt startete dieser Prozess der Umgestaltung.

2. Denen die Gott lieben, müssen (dazu) alle Dinge zum Guten mitwirken

Das Gute oder das Beste (Lu.Ü.) um das es hier geht, sind nicht irgendwelche guten Lebensverhältnisse o.ä. Wenn wir den Zusammenhang des Verses beachten geht es meines Erachtens darum,
“dass unser ganzes Wesen so umgestaltet wird, dass wir seinem Sohn gleich sind.
Er ist das Bild, dem wir ähnlich werden sollen.“
Das ist das Beste, was uns und unserem Umfeld passieren kann.

Bsp.: Je authentischer wir Jesus in unserem Alltag widerspiegeln, mit unserem Tun und Lassen, je mehr Menschen werden hungrig nachdem werden, was wir zu sagen haben.

Nun erfahren wir, dass „alle (!) Dinge „mit-wirken“ müssen, damit das geschieht.
Bsp.: Davids Berufung war königlich zu herrschen, aber bitte im Sinne Gottes und anders wie sein Vorgänger Saul.
Auch unsere Berufung ist es königlich als Söhne und Diener zu herrschen.
Schauen wir uns mal die Dinge die im Leben Davids mit-wirkten, bis er König wurde aber auch als er schließlich König war. Ähnliches finden wir auch bei Paulus.
„Selbst in Bedrängnis (oft durch Feinde, Verräter usw.) und Leiden (Flucht, Umwege usw.), selbst in bitteren Enttäuschungen, in falscher Behandlung, dürfen Christen wissen, dass Gott inmitten solcher Situationen seine gute Absicht in seinen Kindern zum Ziel bringt. Die Situation mag oder mag nicht durch Gott direkt verändert werden, aber selbst in Situationen, die schwierig bleiben, garantiert Gott schlussendlich gute Resultate, einschließlich Charakterreife bei denen, die berufen sind.“

Johannes nennt es das Werk der Beschneidung der Rebe durch den Weingärtner, mit dem Ziel mehr Frucht zu bringen (Joh 15,1). Jakobus nennt es Glaubenserprobungen mit dem Ziel der Mangelfreiheit (Jak 1).

3. Gottes Werk und unser Mitwirken
Nun haben wir vom Mit-Wirken „der Dinge“ (V.28) auf unserem Weg der Verwandlung zu mehr Christusähnlichkeit gehört. Unser Mitwirken dabei besteht im Vertrauen und stillhalten.
Kürzlich sagte mir der Herr: „Ich kenne deine Wünsche. Geduld aber ist das Gebot der Stunde. Warte auf mich und hoffe auf mich, und es wird nicht vergeblich sein. Lass in der Zeit mich das Notwendige, Heilsame und Hilfreiche in deinem Leben tun und tue das, was ich dir sage.“
Ähnliches fand ich in den Sprüchen 20,24 ;21,1 PT
„Es ist der Herr, der dein Leben lenkt, denn jeden Schritt den du machst ist von Gott bestimmt, um dich näher in deine Bestimmung zu bringen. Doch so vieles in deinem Leben bleibt ein Geheimnis.“
„Ja, wie Wasserbäche lenkt er die Herzen von Königen und Königskindern, wohin immer er will, neigt er es.“


Dennoch besteht unser Mit-Wirken nicht nur im stillen Vertrauen, Warten und Hoffen.
Gott ist keine Uhrmacher, der unser Uhrwerk aufgezogen hat und nun läuft es automatisch.
Damit kommen wir nochmals zu unserem Textabschnitt zurück und schauen auf die Verse die unserem V.28 voran stehen:
„Und auch der Geist ´Gottes` tritt mit Flehen und Seufzen für uns ein; er bringt das zum Ausdruck, was wir mit unseren Worten nicht sagen können. Auf diese Weise kommt er uns in unserer Schwachheit zu Hilfe, weil wir ja gar nicht wissen, wie wir beten sollen, um richtig zu beten. Und Gott, der alles durchforscht, was im Herzen des Menschen vorgeht, weiß, was der Geist ´mit seinem Flehen und Seufzen sagen` will; denn der Geist tritt für die, die zu Gott gehören, so ein, wie es vor Gott richtig ist.“ NGÜ

Der Geist hilft uns beim Beten, aber er tut es nicht an unserer Stelle oder vertritt uns wenn wir passiv oder abwesend sind. Das griech. Wort „helfen“ wird in Lukas (10,40) gebraucht, wo Martha Maria möchte, dass sie kommt um ihr zu helfen. D.h. der Hl.G. betet nicht an Stelle von uns, sondern nimmt mit uns teil und macht unsere schwachen Gebete effektiv. Schwach, weil wir nicht genau wissen, wie wir beten sollen. Schwach aber auch durch unser Fleisch. Wir wirken also mit dem Hl.Geist als unserem Gebetspartner mit, damit wirklich „alle Dinge dazu dienen“, uns Christus ähnlicher zu machen, weil wir Gott lieben.
Fahren wir also fort in Sprachen zu beten - hier sind wir ausführlich gelehrt und entdecken wir weitere Räume „Geistgeleiteten Gebets“.
Erleben wir ihre Mit-Wirkung bei unserer Umgestaltung.

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