#1 Die Kraft des prophezeiten Wortes – Hes 37,1-14 von McMichael 13.10.2020 15:19

avatar

E. Letzten Sonntag hörten wir von den kraftvollen und fruchtbaren Auswirkungen, wenn wir das Wort Christi (Logos) in uns wohnen lassen (Kol 3,16). Wir hörten, wie einzigartig kraftvoll, schöpferisch und lebendig es ist, weil Gottes Autorität darin steckt (Hebr 4,12).
Heute schauen wir uns die Kraft des prophetischen Wortes (Weissagung) an.
Einseits entfaltet das vielfältige Prophetische Wort Kraft bei denen, die es hören und empfangen. Es gibt Trost, Richtung, Warnung usw.
„Eine Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet.“ (2.Petr 1,19).
Wir schauen uns heute eine unbekanntere Seite des Proph. Wortes an, nämlich die Wirkkraft im unsichtbaren Raum des Geistes. Wir werden zum Praktizieren herausgefordert, aber auch zum weisen Umgang augenscheinlich unerfüllter großere Prophetien, wie wir sie z.B. von R.Joyne, Smith Wigglesworth u.a. kennen.
Jetzt aber zur Wirkkraft einer besonderen Prophetie:

Ich lese dazu Hes 37,1-14
1 Die Hand des Herrn kam über mich, und der Geist des Herrn führte mich hinaus und trug mich in ein Tal, das mit Totengebeinen angefüllt war. 2 Er führte mich an ihnen vorbei. Sehr viele Knochen bedeckten dort den Boden des Tals, und sie waren völlig vertrocknet. 3 Dann fragte er mich: »Menschenkind, können diese Gebeine wieder lebendig werden?« »O Herr, mein Gott«, antwortete ich, »das weißt nur du.« 4 Da sagte er zu mir: »Weissage über diese Gebeine und sag zu ihnen: `Ihr gebleichten Knochen, hört das Wort des Herrn! 5 So spricht Gott, der Herr, zu diesen Knochen: Seht! Ich werde euch Atem einhauchen und euch wieder lebendig machen! 6 Ich gebe euch Sehnen, lasse Fleisch an euch wachsen und überziehe euch mit Haut. Ich hauche euch Atem ein und mache euch wieder lebendig. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin.´« 7 Ich weissagte, wie er es mir befohlen hatte. Und noch während ich redete, hörte ich plötzlich ein lautes Geräusch und die Knochen rückten zusammen und verbanden sich miteinander. 8 Und dann bildeten sich vor meinen Augen Sehnen und Fleisch auf den Knochen. Schließlich wurden sie von Haut überzogen, aber sie hatten noch keinen Atem in sich. 9 Da sagte er zu mir: »Weissage über den Atem, weissage, Menschenkind, und sag zu dem Atem: `So spricht Gott, der Herr: Komm, o Atem, aus den vier Winden! Hauche diese Erschlagenen an, damit sie wieder lebendig werden.´« 10 Ich weissagte, wie er es mir befohlen hatte, und der Atem fuhr in sie hinein und sie wurden lebendig. Sie standen auf, und es war eine riesige Menschenmenge. 11 Dann sagte er zu mir: »Menschenkind, diese Gebeine sind das gesamte Volk der Israeliten. Sie sagen: `Unsere Knochen sind vertrocknet, für uns gibt es keine Hoffnung mehr, es ist zu Ende mit uns.´ 12 Deshalb weissage und sag zu ihnen: `So spricht Gott, der Herr: Seht, ich öffne eure Gräber; ich lasse euch als mein Volk aus euren Gräbern steigen und bringe euch nach Israel zurück. 13 Und wenn ich eure Gräber öffne und euch als mein Volk aus euren Gräbern steigen lasse, dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin. 14 Ich gebe euch meinen Geist, damit ihr lebt, und ich bringe euch in euer Land. Dann werdet ihr erkennen, dass ich, der Herr, es angekündigt und auch ausgeführt habe. Ich, der Herr, habe gesprochen!´« NLÜ

Im hebr. Steht hier für „weissagen“ „naba“ und bedeutet „Sprechen unter Inspiration. Etwas vorher-sagen aber eben auch durch den Hl.Geist hervor-sagen.
Hesekiel kommt unter die Kraft des Hl.Geistes (die Hand des Herrn) und wird vom Hl.Geist in den Raum des Geistes geführt, wo er den Ist-Zustand des Volkes Gottes sieht.
Er sieht einen Talboden, der von menschlichen Knochen bedeckt ist. Er wird gefragt und erhält den Auftrag an diesem Ort zu weissagen, um etwas in Existenz zu bringen.
Ich glaube nicht, dass es immer eine Vision sein muss, um uns unsichtbare Realitäten zu enthüllen:

Als Jesus einmal eine Menschenmenge sah, sah er ebenso eine geistliche Realität.
"Als er aber die Volksmengen sah, wurde er innerlich bewegt über sie, weil sie erschöpft und verschmachtet waren wie Schafe, die keinen Hirten haben.“ Mt 9,36
Als Christoph Häselbarth 1966 zu seiner ersten Stelle als stellv. Leiter eines Entwicklungshilfeprojektes in Afghanistan flog, sah er nur „steinige Wüstenflächen und nicht enden wollende Gebirgsfalten. Es musste schon ein Wunder geschehen, wenn aus dieser Gegend tatsächlich blühende Landschaft werden sollte. Tja, und unsere Aufgabe war es nun Teil dieses Wunders zu sein.“
Er erlebte eine Vorform seiner späteren Berufung im Volk Gottes, wo er sich oftmals fragte: „Wie soll auf diesem Ödland etwas wachsen? So viele Christen haben zwar eine Art von Restglauben, aber alles fühlt sich so trocken an. Es blüht nichts, es entsteht keine Frucht. Ihr Leben ist eher ein Versuch zu überleben.“ (aus „Lebensschulen“ von C. Und U. Häselbarth)

Wie auch immer Gott Augen öffnet; damals öffnete Gott Hesekiel die inneren Augen mittels einer Vision und dieser sah die trostlose Realität im gesamten Volk Gottes. „Sie sagen: `Unsere Knochen sind vertrocknet, für uns gibt es keine Hoffnung mehr, es ist zu Ende mit uns.“.
Gott zeigte den Ist-Zustand, aber dann zeigte er auch was zu tun ist, damit sich was ändert.

Im Raum des Geistes, außerhalb unserer Zeitdimension, unter Seiner Leitung und in Seiner Kraft tut Hesekiel zweierlei:
a. Er spricht das was Gott tun will, über (!) den Toten und den Orten des Todes (Schlachtfeld und Gräbern) aus. „Ihr gebleichten Knochen, hört das Wort des Herrn! So spricht Gott, der Herr, zu diesen Knochen: Seht! Ich werde euch Atem einhauchen und euch wieder lebendig machen! Und noch während ich redete, hörte ich plötzlich ein lautes Geräusch und die Knochen rückten zusammen und verbanden sich miteinander...So spricht Gott, der Herr: Seht, ich öffne eure Gräber; ich lasse euch als mein Volk aus euren Gräbern steigen und bringe euch nach Israel zurück. Und wenn ich eure Gräber öffne und euch als mein Volk aus euren Gräbern steigen lasse, dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin. Ich gebe euch meinen Geist, damit ihr lebt“
V.4f.7b.12ff
b. Dann spricht Hesekiel zu (!) dem Wind Gottes, dem Hl.Geist: „So spricht Gott, der Herr: Komm, o Atem, aus den vier Winden! Hauche diese Erschlagenen an, damit sie wieder lebendig werden.´« Ich weissagte, wie er es mir befohlen hatte, und der Atem fuhr in sie hinein und sie wurden lebendig. Sie standen auf, und es war eine riesige Menschenmenge.“ 9b.10

In dieser Vision erlebt Hesekiel im Geist die unsichtbare Realität, wie Gottes Volk durch den Geist lebendig gemacht und aus Orten des Todes herausgeführt wird.
In der sichtbaren Realität aber ist noch nichts zu sehen.
Diese Zwischenzeit und die augenscheinlichen Verzögerungen, machen auch so manchen Christen, die Prophetien gehört oder geweisagt haben Mühe. Verstehen wir, dass es verschiedene Ebenen gibt.

Exkurs: Hesekiel wirkte rund 20 Jahre von 587 bis 565 v. Chr. Jahrzehnte später, Über 100 Jahre später (458 v. Chr.) begann eine historische Vorerfüllung und Teilerfüllung der Verheißung, nämlich:“...und ich bringe euch in euer Land.“ V.14b Ein Teil dessen, was Hesekiel durch die Kraft der Weissagung ausgelöst hatte (Esra 1,1ff) – eine erste Welle von Rückwanderern der Gefangenen in Babel macht sich uner Serubbael auf nach Jerusalem. Eine zweite Welle folgte unter Esra (Esra 7) und Nehemia 445 v. Chr. (Neh 1,1). Die 10 Stämme Israels (des Nordreichs) fehlen bis heute. Die zerstreuten Juden „tröpfeln“ aus allen Weltgegenden und kehren bis heute nach Israel zurück (= Alijah).
Das ist die historische Vorerfüllung.
Die geistliche Erfüllung aber begann aus meiner Sicht an Pfingsten, wo Gott seinen Geist das erste Mal über Israel ausgoss. „Ich gebe euch meinen Geist, damit ihr lebt, und ich bringe euch in euer Land.“ V.14
Ein Volk, das damals geistlich tot, geknechtet durch Gesetzlichkeit und Religiosität, gefangen an Orten des Todes erlebten, wie Gottes Geist sie lebendig machten und die Verheißung des Vaters Wirklichkeit wurden (Apg 2). Und das geschieht bis heute. Seitdem kehren Juden und Heiden zurück in ihr wahres Erbland, sie werden Kinder, Söhne und Erben durch den Glauben an Jesus. Der Geist macht lebendig (Joh 6,63; 2.Kor 3,6; Rö 8,11).

Für mich bedeutet die aktuelle Anwendung das Folgende.

1. Bitten wir Gott, dass er uns die Augen für die geistlichen Realitäten im Volk Gottes zeigt, was ER tun will und was dabei unser part ist.

2. Weissagen wir an Orten des Gebetes, allein und gemeinsam und sprechen über den Realitäten, das aus, was Gott tun will. Das kann unter Verwendung unserer heutigen Bibelworte geschehen.
Dazu ist es wichtig, sein Wort reichlich in uns wohnen zu lassen und in enger Gemeinschaft mit dem Hl.Geist zu leben. Und dann sprechen wir, unter der Salbung, zum Hl.Geist, wie damals Hesekiel: „Komm, Atem Gottes (ruach), komm Hl.Geist, aus den vier Winden! Hauche diese an, die im Kampf verwundet oder gefallen sind, sich an Orten des Todes aufhalten, damit sie wieder lebendig werden.

3. Überlassen wir dann das wann und wie unserem Auftraggeber und vertrauen der Kraft des prophezeiten Wortes.

Xobor Forum Software von Xobor
Einfach ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz