#1 Nicht ärgern sondern fragen – Luk 7,18-23 von McMichael 25.08.2020 10:15

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E. Stolpersteine...

Ich lese Luk 7,18-23
Durch seine Jünger erfuhr auch Johannes (der Täufer) von all diesen Dingen (einer Totenauferweckung). Er rief zwei von ihnen zu sich und gab ihnen den Auftrag, zum Herrn zu gehen und ihn zu fragen: »Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen anderen warten?«
20 Die beiden kamen zu Jesus und sagten: »Johannes der Täufer hat uns zu dir geschickt und lässt dich fragen: ›Bist du der, der kommen soll, oder müssen wir auf einen anderen warten?‹«
21 Dabei wurden sie Zeugen, wie Jesus viele Kranke und Leidende und von bösen Geistern Geplagte heilte und vielen Blinden das Augenlicht schenkte.
22 Er gab den Boten zur Antwort: »Geht zu Johannes und berichtet ihm, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden geheilt, Taube hören, Tote werden auferweckt, und den Armen wird ´Gottes` gute Botschaft verkündet.
23 Und glücklich zu preisen/gesegnet ist, wer nicht an mir Anstoß nimmt/sich nicht an mir ärgert.«“


Ein Teil von Jesu Berufung bestand darin, ein Stolperstein (griech. Skandalon), ein Stein des Anstoßes zu sein; besonders für das damalige religiös-jüd. System. Bis heute ist Jesus das geblieben, besonders für Rel.Systemen und Ideologien weltweit.
ER, seine Botschaft und sein Handeln haben das Potential, dass auch Seine Nachfolger und Freunde Anstoß nehmen und sich an Ihm ärgern. Sie können sich innerlich sogar von Ihm abwenden oder Ihn und den Weg der Nachfolge verlassen. Sie können in Versuchung geführt werden und brauchen jeweils Jesu Antwort.

Johannes der Täufer, von Herodes ins Gefängnis geworfen und damit aus dem Dienst entfernt, brauchte die Vergewisserung, dass Jesus wirklich der angekündigte Messias ist. Johannes hatte verkündigt und erwartete von Jesus als dem Messias, „dass Er die Menschen mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen würde. Er würde mit der Worfschaufel in der Hand, die Spreu vom Weizen trennen und den Weizen in die Scheune bringen, die Spreu aber in nie erlöschendem Feuer verbrennen.«“ Luk 3,16f

Und nun hörte Johannes in seiner Gefängniszelle, dass Jesus einen Toten auferweckt...
Johannes hatte eine bestimmte richtige Erwartung, (gemäß der Schrift) was der Messsias tun würde, aber über das WIE und WANN hatte er seine Vorstellungen.
Denn ja, Jesus trennte die Spreu vom Weizen, aber durch die Gute Nachricht vom R.G. und von der Vergebung. Wer sie annahm, blieb nicht unter dem Gericht und Zorn Gottes, sondern wurde gerettet. Jesus war als Retter unterwegs und nicht als Richter, auch das gemäß der Schrift (Jes 61,1f). Aber an seiner Guten Nachricht schied sich schon damals die Spreu vom Weizen.
Die Erwartungen von Johannes dem T. waren wohl andere.
Bsp.: Die Prostituierte in Luk 7
Das gilt auch für die Erwartung, dass Jesus mit dem Hl.G. und Feuer taufen würde.
Ja, das würde Jesus tun, nämlich ab Pfingsten.
Aber in seiner irdischen Zeit, verkündigte Jesus Gottes Gute Nachricht und bestätigte sie mit Zeichen und Wundern (Luk 7,22).

Manche Enttäuschung bei Christen kommt auch heute daher, dass sie nicht die besondere Zeit erkennen, und Gottes Handeln nicht richtig einordnen. Sie sind in Gefahr sich an Jesus zu ärgern, weil er etwas anderes tut, als sie erwartet haben. Das WIE und WANN bestimmt Gott.
Bsp.: Ausgießungen des Hl.G. in den letzten Jahrzehnten

Jesus handelt oft anders, wie wir erwarten, ob es sich um die Art und Weise oder die Zeit angeht.
Bsp.: Maria und Martha, die Schwestern des Lazarus...

Bsp.: Judas - ein Neg. Bsp., aus dem wir auch lernen können. Weil er sich an Jesus geärgert hatte, und er den Leidenwegs und das Kreuz nicht verstand, öffnete er sich für den Feind. Satan fuhr in ihn und gab ihm ein Jesus zu verraten (Luk 22,3; Joh 13,2).

Ich lerne aus unserer Geschichte und der Warnung folgendes.

Wir alle können erleben, wie Jesus nicht auf die Art und Weise handelt, wie wir es erwartet haben, im Großen wie im Kleinen.
Wir können erleben, wie Jesus scheinbar zu spät kommt, die Heilung ausbleibt, weil Jesus mit einer Totenauferweckung eine größere Herrlichkeit mit größeren Auswirkungen vorbereitet hat.
Wir können auf Verheißungen warten, und sie liegen in der nächsten Phase von Gottes Heils-und Erweckungsgeschichte.
Bsp. Pfingsten
Wir können erleben, wie Kreuz und Niedrigkeit, augenscheinliches (!) Scheitern unsere Vorstellungen, die wir gehabt haben, über den Haufen wirft.

Das alles können wir erleben, und noch viel mehr.
Aber lernen wollen wir von Johannes. Er wandte sich direkt an Jesus wandte und fragte ihn bzw. ließ fragen ...
Jesu Antwort schuf in ihm die Gewissheit des Glaubens, dass Jesus wirklich der erwartete Messias war. Das dürfte ihn kurz vor seiner Hinrichtung getröstet haben, und wohl auch, dass er keinen falschen Messias verkündigt hatte, als er ihn als Geist-und Feuertäufer und als Richter ankündigte. Als solcher würde Jesus zu seiner Zeit handeln.

Praxistipp:
Wenn du spürst, dass da vll eine Enttäuschung über Jesus in dir stecken könnte (manchmal können wir die auch auf Menschen übertragen) , und die Gefahr besteht, dass du an seinem Handeln - oder Nicht-Handeln Anstoß genommen hast... dann suche Ihn und seine Gegenwart.
Bsp: Asaf in Ps 73
Frage IHN: „Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich's meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.“ Ps 139,23f

Oder stelle deine konkreten Fragen und erwarte Seine Antwort. Manchmal kommt sie direkt, manchmal zeitversetzt. Manchmal spricht Seine leise Stimme, während du in Sprachen betest, manchmal durch eine Predigt oder beim Bibellesen.
Und da wo du den Köder, Ärgernis zu nehmen schon geschluck hast, bekenne ihm das und bitte um und empfange Vergebung und lass dir die Wahrheit zeigen.
Ergreife dann die Verheißung, die Jesus Johannes und uns macht:
„Der Segen des Himmels kommt auf die, die niemals ihren Glauben an mich verlieren, egal was passiert.“ Luk 7,23 PT

Amen

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