#1 Gott neu begegnen - Ps 42,1f;63,2 von McMichael 16.07.2019 10:51

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Ps 42,1f Ein Schrei nach Erweckung
Mich verlangt es von dir zu trinken – von den Strömen der Freude (Behagen,Genuss,Vergnügens), die aus deiner Gegenwart fließen. Mein Verlangen überwältigt mich nach mehr von dir!
Meine Seele dürstet, hechelt und verlangt nach dem lebendigen Gott. Ich möchte kommen und dein Angesicht sehen. PT
Ps 63,2 Gott, mein Gott bist du; nach dir suche ich. Es dürstet nach dir meine Seele, nach dir schmachtet mein Fleisch in einem dürren und erschöpften Land ohne Wasser.


1. Ich mag die Überschrift - „ein Schrei nach Erweckung“
Wie fühlst dich derzeit? David war an einem Ort, der hieß „dürr und erschöpft“ - geographisch aber auch ein innerer Zustand. Siehe dazu auch Ps 107,2-9

2. Ich mag die Bitten – leidenschaftlich vorgebracht
a. Mich verlangt es von dir zu trinken – von den Strömen der Freude (Behagen,Genuss,Vergnügens), die aus deiner Gegenwart fließen.
b. Mich verlangt nach mehr von dir!
c. Mich verlangt es zu kommen und dein Angesicht zu sehen

Was aber wenn du dich zwar am dürren Ort befindest, aber dir dieses Verlangen fehlt. So gut zu wissen, daß auch dies der Hl. Geist in dir schüren und vermehren kann. Er bewegt unsere Herzen, sodass wir Abba Vater rufen, (Gal 4,6) und auch anderes Schreien….

Mir gefällt was Bill J. Über den Zusammenhang von Disziplin und Leidenschaft über unser Gebetsleben schreibt, es gilt meines Erachtens für unsere gesamte Nachfolge.
„Leidenschaft ist die Frucht einer Begegnung mit Gott. Viele Christen disziplinieren sich grundlegende Praktiken des R.G. einzuhalten. Das Problem ist, dass sie sich disziplinieren, zu dem Einen zu beten (oder ihm zu dienen usw.), dem sie schon eine Weile nicht begegnet sind. Disziplin ist keineswegs etwas Negatives; sie ist ein wichtiger Faktor, wenn es darum geht die Leidenschaft aufrechtzuerhalten. Wenn jedoch keine Leidenschaft vorhanden ist, die wir aufrechterhalten können, müssen wir unbedingt eine Kehrtwendung machen.“

Leidenschaft befähigt uns , unseren Auftrag und das zu erfüllen, was Gott dir gesagt hat.

Wie ich es bereits an Pfingsten gepredigt habe. Die Jünger hatten zwar beständige Begegnungen mit Jesus gehabt und waren bevollmächtigt...aber an Pfingsten sollten sie eine neue göttliche Begegnung erfahren, die mit neuer Kraft einherging. Und die zweite folgte sogleich, als beim gemeinsamen Gebet die Erde bebte und sie neu erfüllt wurden...(Apg )

Diese Erfahrungen sind notwendig und unterschiedlich. Die Frage, was ist eine „biblische Begegnung“ ist problematisch. Die Begegnungen die Menschen in der Bibel gemacht haben (Bsp. Mose, Jesaja) sollen uns nicht die Regeln und die Art und Weise anzeigen, an die sich Gott nun halten muss, sondern sie offenbaren Gott, der sich in keine Box stecken läßt.
„ER ist größer als sein Buch und nicht darauf begrenzt, für uns auf exakt dieselbe Weise etwas zu tun, wie er es für jmd. Anderen getan hat. Er ist kreativ und offenbart jedes Mal das Wunder dessen, wer er ist.“ Bill J.

Am Anfang einer Neubegegnung mit dem Lebendigen Gott steht oft unser Hunger und Durst.
Unser „dürres und erschöpftes Land“ ließ und zusammen mit vielen anderen Leiter Anfang der 90er Jahre nach Gott schreien. Und oft war es "nur" der Schrei unseres Herzens. Und wir bekamen eine neue Begegnung, aus der heraus neue Kraft und Leidenschaft freigesetzt wurden, die uns befähigten, „unseren Auftrag und das zu erfüllen, was Gott uns gesagt hat.“

Ähnlich erging es mir bei meiner Erstbegegnung mit Gott. Aus dem dürren und erschöpften Land meiner empfundenen inneren Leere und Sinnlosigkeit, schrie mein Herz zu Gott und ich betete das „gefährliche Gebet“: „Wenn es dich gibt, will ich dich kennenlernen.“

Schauen wir uns zwei Begegnungen an, die Bill J. Beschreibt. Es ist zum einen eine – „Feuersturm- Begegnung“
Mitten in der Nacht erhörte Gott sein Gebet für „mehr“, das er monatelang (!) gebetet hatte. „Gott, ich muss mehr von dir haben, koste es was es wolle.“.
Er wusste nicht wie korrekt er beten sollte, noch hatte er die biblische Lehre verstanden, auf der er sein Gebet gründete. Er wusste nur, dass er hungrig nach „mehr“ war. Gott reagiert auf unser Verlangen, das unserem Gebet zu Grunde liegt und nicht weil wir perfekt gebetet oder die richtigen geistlichen Formulierungen gebrauchen.
Dann erlebte er, wie eine unerklärliche Kraft durch seinen Körper pulsierte, als wäre er an eine Steckdose mit 1000 Volt angeschlossen worden. Er zuckte unkontrolliert und je mehr er versuchte es zu stoppen, um so heftiger wurde es. Es war wie ein Ringkampf, bei dem er weder eine Stimme hörte noch eine Vision hatte. Es war die überwältigendste Erfahrung seines Lebens. „Es war pure Kraft, es war Gott.“
Die Kraftwellen währten die ganze Nacht und kamen die nächsten beiden Nächte wieder. Danach aber war er vollkommen erfrischt.
Später geschah es nochmals vor seinem Lieblingsrestaurant, dass er unkontrolliert zu Zittern anfing.

Noch am Abend vor der Begegnung (1995) hatte er für einen Freund gebetet, der sich schwer tat, Gottes Gegenwart zu erleben. Er sagte ihm noch, Gott würde ihn mit einer Begegnung überraschen, zu der es am hellichten Tag oder um 3h morgens kommen könnte. Als die Kraft dann auf ihn selber fiel, war es 3h morgens.
( Aus „Träger seiner Gegenwart“ Jeden Tag, S.359ff)

Dann hatte Bill eine weitere Begegnung, die total unterschiedlich war. Eine Begegnung – nach Art des „sanften Sausens“ S.363
„Sie war so subtil (behutsam,fein), dass man sie auch hätte verpassen können. „Der Schlüssel war, dass ich hinzutrat, wie Mose zum Dornbusch. Mein brennender Dornbusch war eine Schriftstelle, auf die der Hl.G. Mich besonders hinwies. Ich hielt inne, betrachtete sie (es war Jes 60), um herauszufinden, was Gott mir dadurch sagen wollte. Das war im Mai 1979 und seither hat sich mein Leben vollkommen verändert. Es begann recht unscheinbar, ähnlich wie bei einem Samenkorn. Aber die Auswirkungen nahmen beständig zu . Anhand dieser Schriftstelle zeigte Gott mir die Bestimmung und die Besonderheit der Gemeinde.“

Zeugnisse über Begegnungen mit dem Lebendigen Gott sollen Lust machen aber können nicht kopiert werden. Auch wir sind eingeladen! Zunächst mal über unsere eigenen Begegnungen nachzudenken. Vll sind sie verschüttet gegangen, aber...sie sollen dich ermutigen und erneut einladen. Mir fiel so manches ein…

„Sei stille dem Herrn und harre auf ihn! (PT halte deine Hoffnung lebendig während du das Verlangen nach Gott hast für dich durchzukommen)
Harre auf den Herrn und halte seinen Weg ein (PT So sei nicht ungeduldig mit dem Herrn, dass er eingreift; fahre fort dich beständig vorwärts in Seinen Wegen zu bewegen und er wird dich zur rechten Zeit erhöhen. Und wenn ER es tut, wirst du jede Verheißung besitzen, zusammen mit deinem vollständigen Erbe). Ps 37,7.34 (s.a. Micha 7,7; Jes 8,17)


Das hebr. Wort für „harren“ in Ps 37,7 hat zwei Bedeutungen: „Geburtsschmerz“ oder „sich tanzend in der Luft drehen“. Beides erfordert Fokussierung und Kraft.
„Wir sollen mit unnachgiebiger Entschlossenheit und Fokussierung auf Gott warten – so wie Jakob mit dem Engel rang. Um geduldig harren zu können, bedarf es einer intensiven Fokussierung. Es gibt Phasen im Leben, in denen es nicht nur akzeptabel ist, in viele Aktivitäten involviert zu sein, sondern gut. Aber es gibt auch Phasen, in denen es verheerend ist.

„Selbstbeherrschung ist nicht die Fähigkeit, zu tausend anderen Stimmen „Nein“ zu sagen. Es ist die Fähigkeit zu einer Sache „Ja“ zu sagen." Bill J.

Gebet :

„Lass mein Verlangen nach Dir selbst, immer mehr wachsen und hilf, dass ich mich immer intensiver nach Deiner Gegenwart ausstrecke und in größerem Maß erfahre.
Hilf mir mich in dieser season zu fokussieren.
Erhalte mein Herz in einem Empfangsmodus und bewahre mich, Begegnungen mit dir nicht zu verpassen.
Hilf mir, mich nicht nach einer bestimmten Art von Begegnung auszustrecken. Du selbst bist es! Es geht mir um dich, Vater. Deine Gegenwart ist mein Verlangen.“

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