#1 Meine einzige Zuflucht von McMichael 18.09.2018 11:34

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Meine einzige Zuflucht

Auf dem Weg der Berufung Davids – vom Hirten zum König über ganz Israel gab es viele Stationen.
Ich erinnere mich des Buchs „Trainieren fürs Regieren“ wo der Autor einige der Hauptetappen beschreibt und sie auf uns anwendet.
Früher dachte ich, o.k. wenn ich eine erfolgreich (wer misst das?) absolviert habe, kommt die nächste...und irgendwann bin ich oben auf dem „Berg“.
Mittlerweile denke ich, dass wir Christen, besonders auch Leiter, immer wieder (!) in solche Lebensphasen geführt werden, um den Berg auf dem Weg nach oben. Oben ist Jerusalem, königliche Regentschaft. Hier auf Erden heisst das, immer mehr wie Jesus zu sein. Später dann Teil des himmlischen Jerusalems.

Vor ein paar Tagen stieß ich bei der Bibellese auf so eine Etappe aus dem Leben Davids und zwar im Psalm 142. Eine Prüfungs und Trainingsstation der besonderen Art.
Ps 142,1 Ein Maskil (eine Unterweisung in Liedform). Von David. Als er in der Höhle war.

Es gibt zwei Höhlenberichte von David, wo er sich vor Saul versteckte. Vieles spricht für Addulam.
1.Sam 22,1 Und David ...entkam in die Höhle Adullam. Und als seine Brüder und das ganze Haus seines Vaters das hörten, kamen sie zu ihm dorthin herab.
Und es sammelten sich um ihn lauter Bedrängte und solche, die verschuldet waren, und andere mit erbittertem Gemüt. Und er wurde ihr Anführer. Und es waren bei ihm etwa vierhundert Mann.“


Dieses Versteck wurde für David zum Gefängnis, zu einem Ort wo er erkennt, dass man inmitten von Familie letztlich allein sein kann.
Rückblickend beschreibt er diese Phase so, und es klingt wie aus seinem Gebetstagebuch:
„Gott, ich rufe zu dir. Kühn erhebe ich meine Stimme zu dir und bitte um dein Erbarmen.
Ich schütte mein Herz vor dir aus und erzähle dir alles was mich bedrängt..
Denn als ich verzweifelt, überwältigt war und dabei aufzugeben, warst du dort der einzige der half.
Du gabst mir einen Weg zu entkommen, von den verborgenen Fallen meiner Feinde.
5 Schau zur Rechten zu sehen, ob das irgendeiner ist, der mir helfen wird, und sieh: ich habe ja niemanden, der etwas von mir wissen will/da ist keiner der Notiz von mir nimmt/der mich kennt und sich um meine Seele sorgt.
Verloren gegangen ist mir jede Zuflucht, niemand fragt nach meiner Seele.“(Mix versch. Ü.)


Adullam steht für eine ausweglose Situation. Sie bleibt wohl keinem erspart auf seinem Weg der Berufung. Wir finden sie bei Paulus, Jeremia, Elia und auch bei Jesus im Garten Gethesemane (Ölpresse - Salböl)

a. Das Höhlenversteck, der sichere Ort war zum Gefängnis für ihn geworden.
Darum schließt er sein Gebet mit der Bitte:
8 "Führe aus dem Gefängnis heraus meine Seele, damit ich deinen Namen preise."

b. Der Ort der Gemeinschaft war zum Platz der Einsamkeit geworden;
gespickt mit verborgenen Fallen.
Ein Ausleger schreibt: „Dies war eine Zeit in Davids Leben,als es schien, dass er total allein war (trotz der 399 anderer...) Wörtlich „sieh auf meine rechte Hand!“ Ein Ausleger dazu:
„Mit Feinden auf jedem Pfad, schreit David laut zu Gott, dass er wehrlos/hilflos ist. Der bewaffnete Soldat im alten Israel hatte seinen Speer oder sein Schwert in seiner rechten Hand und sein Schild in der Linken. Das Schild des einen würde die rechte Seite seines Nachbarn beschützen. David schreit, dass da keiner an seiner rechte Seite ist.“

„Defacto, so der Ausleger, begann er zu zweifeln ob selbst Gott noch für ihn war.“
Letzeres war und ist dies eine der gefährlichsten Fallen des Feindes. "Ist Gott noch mit dir und für dich an dem Ort wo du festsitzt und es nicht weiter zu gehen scheint? "
Die Fallen sind vor allem die Stimmen des Feindes und ihr Echo in unserer Seele. Zweifel...bringt Verzweiflung.
In Ps 144 bittet David vor dem Kampf mit Goliath um Befreiung und Rettung von diesen dunklen Mächten, die nichts als Lügen sprechen (V.11a PT).
Fallen: Entmutigung, Selbstmitleid, Hoffnunslosigkeit, Unglaube, Anklage und Beschuldigungen (sich selbst und andere).

Inmitten dieser Situation, wendet David sich von ganzem Herzen an Gott.
„Gott, ich rufe zu dir. Kühn erhebe ich meine Stimme zu dir und bitte um dein Erbarmen.
Ich schütte mein Herz vor dir aus und erzähle dir alles was mich bedrängt.."(vor allem innerlich).

David ist ehrlich vor Gott...schreit seine Klage heraus; aber er vergisst nicht wer Gott ist.

Was ihn zu folgendem Glaubensbekenntnis führt.

„Herr, mein einziger Zufluchtsort. Du bist alles was ich habe, meine einzige Hoffnung in diesem Leben, meine letzte Gelegenheit um Hilfe.“ V.6 PT

Doch David weiß noch etwas, und das ist die Glaubensbasis mitten in der Verzweiflung seiner gefühlten und augenscheinlichesn Ausweglosigkeit.
„Du weißt jeden Schritt den ich nehmen werde, bevor meine Reise überhaupt begonnen hat.
Du bist in meine Zukunft gegangen den Weg vorzubereiten und in deiner Güte bleibst du hinter mir, mich vor dem Schmerz meiner Vergangenheit zu bewahren. Mit deiner Hand der Liebe über meinem Leben, übeträgst du mir einen Segen.“ Ps 139,5 PT


Und so beendet David sein Gebet (maskil) mit einem Versprechen:
„Bring mich aus diesem Gefängnis, damit ich dich (öffentlich) preise! Und all deine göttlichen Liebhaber werden all die wunderbaren Dinge feiern, die du für mich getan hast.“ V.7 PT
„...und die Gerechten sollen mich deswegen umlagern/einschließen; denn freigebig/gütig/großzügig wirst du mit mir handeln."

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